Vom 05. bis zum 08. September 2022 fanden in der Sportschule Wedau nach zwei Jahren Corona-Zwangspause die 21. Deutschen Fußball-Meisterschaften der Werkstätten für behinderte Menschen statt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) und die DFB-Stiftung Sepp Herberger tragen das Turnier gemeinsam aus.

Auch bei diesem Turnier hatte Corona leider noch seine Finger im Spiel.
Ging das Turnier ursprünglich immer über drei Spieltage, so fand es in diesem Jahr nur an zwei Spieltagen statt. Bei den Frauen nahmen leider nur fünf Mannschaften teil und bei den Herren waren nur 14 Bundeslandesmeister angereist, was auch eine Änderung der Spiel- und Ablaufpläne zu den Vorjahren mit sich brachte.

Geleitet wurden die Spiele traditionell von den Essener Schiedsrichtern.

Hier waren mit Michael Müller (SR-Orga), Marc Kühn, Sebastian Frank, Kay Kolbeck, Dominik Nökel, Thomas Pelka, Marcus Bonna, Siegfried Baier und Peter Völkers neun SR im Einsatz.

Hinzu kommt mit Turnierleiter Norbert Kluge ein weiter Essener.

Am Montag fand abends die Eröffnungsfeier statt bei der auch die Gruppen ausgelost wurden.

Die Gruppenauslosung nahm keine geringere als Linda Bresonik (u. a. Fußballweltmeisterin) vor.

Am Dienstag um 09:30 Uhr starteten dann die Vorrundendspiele der Herren.

Bedingt durch Absagen aus zwei Bundesländern im Vorfeld konnte nicht im üblichen 4 x 4 Gruppenmodus gespielt werden. Stattdessen wurde in zwei Siebenergruppen gespielt.

So kamen hier insgesamt bis zum Ende des ersten Turniertages um 18:15 Uhr 42 Spielleitungen über je 2 x 10 Minuten zusammen.

Am Mittwoch stand für die Teilnehmer zuerst die Fahrt zum Deutschen-Fußball-Museum in Dortmund auf dem Programm und nach dem Mittagessen in der Sportschule konnte das DFB- Fußballabzeichen erworben werden. Am Abend fand dann gemeinsam mit den angereisten Frauenteams ein Oktoberfest in der Aula der Sportschule statt.

Am Donnerstag ging es um 09:30 Uhr weiter mit dem Beginn des Frauenturniers.

Auch hier musste vom üblichen 2 x 4 Gruppenmodus abgewichen werden, da nur fünf Bundesländer einen Meister gemeldet haben. Hier wurde in einer Fünfer Gruppe über 1x 20 Minuten im Modus jeder gegen jeden gespielt wobei die ersten beiden Teams noch einmal in einem Endspiel aufeinander trafen.

Um 10:00 Uhr gingen die Herren wieder auf den Platz. Im Gegensatz zum üblichen Modus wurden keine Viertel- und Halbfinalspiele mehr ausgetragen, sondern es fanden nur noch Platzierungsspiele statt. Hier entschied die Gruppenplatzierung um welchen Platz man spielte. Die Spielzeit wurde wieder auf die üblichen 2 x 15 Minuten angehoben.

Nach dem Motto Ladys First fand um 13:00 Uhr zuerst das Frauenfinale statt.

Hier trafen die Spielgemeinschaft Schleswig (Schleswig-Holstein) und die Hephata Mönchengladbach (NRW) aufeinander. Beide Teams hatten in der Vorrunde 10 Punkte auf dem Konto. Die Endspielleitung übertrug Michael Müller dem Kollegen Siegfried Baier, der von Kay Kolbeck und Thomas Pelka an der Linie unterstützt wurde.

Nach ausgeglichenen 2 x 10 Minuten stand es wie in der Vorrunde erneut 0:0, sodass ein Achtmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Hier setzte sich Mönchengladbach mit 2:1 durch und holte den Titel nach NRW.

Als die Uhr 13:45 anzeigte begann das Männerfinale.

Hier trafen die Berliner Werkstätten (Berlin) auf die von Hannover (Niedersachsen)

Beide Mannschaften hatten ihre Gruppe mit jeweils 18 Punkten abgeschlossen. Berlin mit einem Torverhältnis von 34:3 und Hannover mit 22:0.

Die Endspielleitung übertrug Michael Müller Dominik Nökel der von Marc Kühn und Sebastian Frank an der Linie unterstützt wurde.

In einem sehr guten und ausgeglichenen Endspiel stand es nach 2 x 15 Minuten 2:0 für Berlin, die somit dem Titel vom letzten Turnier aus dem Jahr 2019 erfolgreich verteidigten und zum insgesamt vierten mal mit in die Bundeshauptstadt nahmen. Bemerkenswert ist, dass die Berliner Werkstätten bei 11 Teilnahmen nie schlechter als Platz 3 abgeschnitten haben.

Der dritte Platz bei den Herren ging an die Werkstätten aus Freckenhorst (NRW), die in der Vorrundengruppe B Hannover den Vortritt lassen mussten.

Die beiden wichtigsten Titel gingen allerdings in andere Bundesländer.

So gingen die Fair-Play-Titel an:
Frauen: HPZ Werkstätten Irchenrieth (Bayern)
Herren: Werkstatt Martinshof (Bremen)

Die Siegerehrungen nahmen u. a. „König“ Otto Rehhagel und Maren Meinert (u. a. Fußballweltmeisterin) vor. Hier kam es für Maren Meinert zu einem Wiedersehen mit ihrer Weltmeisterkollegin Pia Wunderlich, die seit Jahren als Trainerin der Werkstätten Main-Kinzig aus Gelnhausen (Hessen) fungiert.

Text: Michael Müller

Foto: Foto Sepp-Herberger-Stiftung Carsten Kobow