Wie ein ausrangierter Trikotsatz der ehemaligen Schiri-Mannschaft des Kreises 12 plötzlich und unverhofft einen zweiten Frühling bekam  – zum Start ins neue Jahr haben wir eine wirklich schöne Geschichte um eine spontane Idee, aus der eine tolle und erfolgreiche Spendenaktion geworden ist.

Durch mehrere Zufälle ist im Zuge eines Umzugs ein ausrangierter Trikotsatz des ehemaligen Kreises 12, den es ja nun schon seit einigen Jahren nicht mehr gibt, aus einem Burgaltendorfer Keller in die Hände unseres Schiri-Kollegen Marcus Bonna gelangt. Viel zu schade, um wegzuwerfen, oder noch länger im Keller liegen zu lassen – aber gebraucht werden die Trikots eben nicht mehr, spielt die Essener Schiri-Mannschaft doch schon seit 6 Jahren in neuen Trikots.

Marcus erfuhr von seinem ghanaischen Fussball-Kollegen Abdul Latif, seines Zeichens Keeper des Rüttenscheider SC, dass er über Weihnachten in seine Heimat reisen wird. Wie fast überall in Afrika wird auch in Ghana gerne und viel Fussball gespielt. Jedoch ist der Offinso-District, in der Nähe von Kumasi in Ghana, wie so viele afrikanische Regionen nicht mit Wohlstand gesegnet. Ganz im Gegenteil, so dass in der Regel mit ärmlichen Mitteln gespielt wird. So wurde die Idee geboren, Abdul den Trikotsatz mitzugeben, damit die Kinder und Jugendlichen des Ortes bei ihrem nächsten Spiel ordentlich gekleidet sind.
Doch dann fehlt plötzlich auch noch ein vernünftiger Ball. Auch dieser wurde schnell organisiert – und dann nahm die Geschichte langsam aber sicher ihren Lauf.

Das erste Spiel in der neuen Kluft gegen einen afrikanischen FC-Barcelona-Fanclub ging zwar 0:3 verloren – aber das war nicht wirklich wichtig.

Marcus, der ja nicht nur in der Schiedsrichterei, sondern allgemein im Essener Fussball gut vernetzt ist, erzählte von seiner Aktion und seiner Idee. Ganz schnell meldeten sich Leute – Spieler, Funktionäre, Trainer, so manche Essener Fussball-Legende, und wollten etwas beitragen. So kam es dazu, dass Marcus Spenden angeboten bekam, damit die Kicker aus Kumasi nicht nur auf dem Platz gut aussehen, sondern auch gut gestärkt zum Training gehen können. Und Ihre Familien. Und Ihr ganzes Dorf.

Es dauerte nicht lange, und allein aus privaten Mitteln der Essener Fussballszene kamen mittlerweile weit über 2000€ zusammen, die Marcus per Geldtransfer zu Abdul nach Ghana schickt. Das Geld wird natürlich nicht für den Fussball genutzt, es wurden große Mengen an Lebensmitteln gekauft und an die Leute im Dorf verteilt. Eine tolle und großartige Aktion, die voll und ganz privat organisiert wurde und zu 100% bei den Leuten vor Ort ankommt.

Das alles ist entstanden aus ehrenamtlichem Engagement. Und auch wenn er es nicht hören will – dafür verdient Marcus Bonna großen Dank!

Vielleicht hat ja auch in unseren Reihen noch jemand ein bißchen Weihnachtsgeld übrig. Und sei es nur eine Kleinigkeit – damit kann man in Afrika schon viel bewegen. Bis zum 21.1. ist Abdul noch in seiner Heimat, und Marcus nimmt Spenden über Paypal unter mail@bonnanotte.de entgegen.

Aus Essen schicken wir die besten Grüße nach Kumasi, und wünschen den Kickern ganz viel Erfolg!